Konzert des Sinfonischen Blasorchesters Ulm

Ulm ist ein beeindruckendes Zentrum für sinfonische Blasmusik, und das Sinfonische Blasorchester Ulm (SBU) steuert einen weiteren Baustein zu den vielfältigen preisgekrönten Aktivitäten bei, die große Begeisterung bei Musikern und dem Publikum erzeugen. Der renommierte Dirigent Douglas Bostock leitet das SBU seit mehr als 20 Jahren, fordert seine Musiker mit hochkarätigen Stücken und kann dadurch eine große Klangvielfalt bei dem Orchester entfachen. Diesmal stellte er Klang und Stille sowie deren räumliche Wirkung in der Pauluskirche in den Mittelpunkt des Konzertes.

Am mutigsten war die Interpretation des Musikstückes „4:33“ von John Cage. In dem ursprünglich für Klavier konzipierten dreisätzigen Stück erklingt kein Ton. Es herrscht vermeintlich Stille, aber natürlich wurde die Stille gebrochen durch das Husten der Besucher, das Gezwitscher der Vögel oder das Stampfen und Schlagen der Kirchenglocken der Pauluskirche. Und Dirigent und Musiker verharren ruhig in der Stille und blättern unisono bei den einzelnen Sätzen. Aber das Publikum versteht heute die Botschaft besser als bei der Uraufführung vor 65 Jahren: Ja, alles kann Musik sein. Eine beeindruckende Leistung, dieses Stück mit so großer Abgeklärtheit zu präsentieren.

Mystisch und kraftvoll

Zuvor erklang als großer Hymnus von David Gillingham „With Heart And Voice“ mit einem Wechselspiel aus ruhigen mystischen Klängen und kraftvoller sinfonischer Musik. Und in „Asuka“ von Tetsunosuke Kushida zeigte das Orchester, wie differenziert es auch stark kontrastierende Musik eines japanischen Komponisten mit großer Raffinesse interpretieren kann.

In „Dona Nobis Pacem“ von Martin Ellerby spielte das SBU kraftvoll die Klangkulisse von kriegerischem Zustand und gewonnenem Frieden. Dabei sangen die Musikerinnen ganz selbstverständlich die Bitte nach Frieden. Und die Musiker bewiesen in dem fast zweistündigen Konzert mit weiteren Stücken von Alfred Reed und Philip Sparke, wie konzentriert sie dem inspirierenden Dirigat von Douglas Bostock folgen können.

Höhepunkt war Edward Gregsons Komposition auf Schauspiele von William Shakespeare. Ferntrompeten, große Schlagzeugpassagen, solistische Einwürfe, aber vor allem klangvolle Orchestertutti demonstrierten die Brillanz dieses Orchesters. Großer Applaus des Publikums für ein intensives und starkes Programm – das Orchester bedankte sich mit der friedlichen schottischen Weise „Die Ufer des Doon“ von Percy Grainger.
30.05.2017 · Südwest Presse, Andrea Fadani (http://www.swp.de/suedwesten/staedte/ulm/sbu-mit-_4_33_-fuer-blaeser-23500811.html)
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