Klänge aus Fernost und Europa

Das Sinfonische Blasorchester Ulm überzeugte mit seinem Herbstkonzert im Edwin-Scharff-Haus, in dem fernöstliche Komponisten europäischem Klangduktus bei „East meets West“. begegneten. Schon das Auftaktstück von Yasuhide Ito zeigte eine gelungene Mischung aus Elementen beider Kulturkreise. Nach dieser deutschen Erstaufführung reflektierte Philip Sparke über ein japanisches Volkslied.

Für die „Suite Istoria“ (DE) von Israel Alonso konnten die Musiker aus dem Vollen schöpfen und ihr großes Können zeigen. Sie intonierten Mönchsgesänge, bliesen in leere Plastikflaschen, drehten Heulschläuche, erschufen den Sound eines Marktplatzes und malten mit beindruckenden Klängen das Zusammenspiel christlichen und jüdischen Lebens.

Fulminant gelang ein Werk des jüngst gestorbenen Isao Matsushita. Gewaltige Cluster, zartflirrende Klänge der einzelnen, ausgezeichnet besetzten Register, eine imposante Steigerung über einem Ostinato und irisierende Schlussakkorde machten es zum Höhepunkt des Konzerts.

Mit sichtbar guter Laune und federnd akkuratem Dirigat feuerte Douglas Bostock sein Orchester, das durch Hannah Pfeiffer an der Harfe und Janis Pfeifer an Flügel und Celesta unterstützt wurde, auch bei „Enchanting Reeds“ von Yos Vaneesorn und „Il Cantico“ (DE) von Oliver Waespi an. In „Nippon hey!“ von Yasuhide Ito als Zugabe verbanden sich noch einmal englische Tanzmusik und japanische Melodien auf das Beste.
20.11.2018 · Südwest Presse, Gottfried Lothar (http://www.swp.de/suedwesten/staedte/ulm/klaenge-aus-fernost-und-europa-28378734.html)
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